Zukunftsforum Regionale Herkunft

Großer Polit-Talk über die Stärkung der heimischen Landwirtschaft

Die Verbraucherinnen und Verbraucher in Deutschland legen immer mehr Wert auf das Wissen um die Herkunft ihrer Lebensmittel. Und sie wollen auch erfahren, wie sie produziert werden. Heimische Erzeugnisse sind daher gefragter denn je. Das 4. Zukunftsforum der deutschen Geflügelwirtschaft widmete sich aus diesem Grund dem Thema „Regionale Herkunft“. Zentrale Fragestellung: „Was müssen wir tun, damit Geflügelfleisch auch morgen noch von hier kommt?“

An der Diskussionsrunde nahmen teil:

Alois Gerig, MdB (CDU), Vorsitzender im Ausschuss für Ernährung und Landwirtschaft

Carina Konrad, MdB (FDP), stellvertretende Vorsitzende im Ausschuss für Ernährung und Landwirtschaft

Rainer Spiering, MdB (SPD), Obmann im Ausschuss für Ernährung und Landwirtschaft

Dr. Kirsten Tackmann, MdB (Die Linke), Obfrau im Ausschuss für Ernährung und Landwirtschaft

Friedrich Ostendorff, MdB (Die Grünen), Sprecher für Agrarpolitik, Mitglied im Ausschuss für Ernährung und Landwirtschaft

Friedrich-Otto Ripke, Präsident des Zentralverbands der Deutschen Geflügelwirtschaft (ZDG)

Die Vorteile heimischer Erzeugung fasste ZDG-Präsident Ripke zum Auftakt der Veranstaltung aus seiner Sicht zusammen: „Regionalität bietet Kreislaufwirtschaft, kurze Wege, Klimaschutzförderung, integrierte Wertschöpfungsketten“. Die deutsche Landwirtschaft könne jedoch nur wettbewerbsfähig bleiben, wenn die entsprechenden politischen Rahmenbedingungen geschaffen würden. Wie diese Rahmenbedingungen aussehen müssten, darüber wurde auf dem Podium – erstmals wieder vor Live-Publikum – intensiv diskutiert. An der Debatte darüber, wie die Wettbewerbsfähigkeit der heimischen Landwirtschaft gestärkt werden könne, nahm auch das Publikum mit eigenen Fragen an die Podiumsgäste lebhaft teil.

Sehen Sie hier den gesamten Mitschnitt des 4. Zukunftsforums.

Impressionen

Bildergalerie zum Zukunftsforum „Regionale Herkunft“

Bei der Diskussion über die nötigen Instrumente zur Standortförderung gab es bei den Parteien durchaus Übereinstimmungen – allen voran bei der Forderung nach mehr Wertschätzung für die hohen Erzeugungsstandards der heimischen Land- und Fleischwirtschaft. „Hier ist zunächst der LEH gefordert, kostendeckende Erzeugerpreise zu zahlen“, verdeutlichte Ripke. „Zudem muss die Erzeugerseite im Kartellrecht gegenüber dem Lebensmitteleinzelhandel gestärkt werden.“

Um bei den Verbraucherinnen und Verbrauchern die Akzeptanz zu steigern, höhere Preise für hochwertige Erzeugnisse zu zahlen, sei dringend mehr Aufklärung geboten, so der Vorsitzende des Ausschusses für Landwirtschaft und Ernährung im Deutschen Bundestag, Alois Gerig (CDU): „Unsere Landwirte machen die beste Arbeit weltweit, das muss honoriert und den Menschen klar gemacht werden.“ SPD-Agrarexperte Rainer Spiering bekräftigte: „Die Menschen sind bereit dazu.“ Schließlich gehöre die deutsche Landwirtschaft zu unserem Kulturschatz. Carina Konrad (FDP) forderte ein EU-weit verpflichtendes Herkunftslabel, um deutsche Erzeugnisse sichtbarer zu machen: „Dabei darf es keine nationalen Alleingänge geben.“

„Betriebe müssen endlich vernünftigen Lohn für ihre Arbeit bekommen“, fasste der Grünen- Agrarsprecher Friedrich Ostendorff seine Sicht zusammen. „Wir haben jetzt seit anderthalb Jahren die Borchert-Kommission, es ist schon viel zu viel wertvolle Zeit verloren gegangen – die neue Bundesregierung muss endlich ins Handeln kommen.“ Diese Forderung unterstreicht ZDG-Präsident Ripke: „Die Borchert-Kommission bietet ein wichtiges Instrument für die Umsetzung von mehr Tierwohl.“ Dieses müsse die Politik nun auch anwenden – ob über die Tierwohlprämie oder andere Modelle. „Unsere Betriebe brauchen Planungssicherheit, sie müssen wissen, wie ihre Kosten für Stallumbauten gedeckt werden“, führte Ripke weiter aus. „Wir fordern vom Staat, den Landwirten diese Sicherheit über mindestens 20 Jahre zu geben.“

Kirsten Tackmann von der Partei Die Linke sprach sich im Zusammenhang mit der Frage nach den deutschen Standards im weltweiten Vergleich deutlich gegen das Mercosur- Abkommen aus: „Unsere Landwirtschaft darf nicht die Zeche für Freihandelsabkommen zahlen. Es kann nicht nur nach der billigsten Produktion gehen.“ Friedrich-Otto Ripke ergänzte: „Wenn ich über Regionalität rede, geht es nicht nur um Tierwohl, sondern auch um Verbraucherschutz und Gesundheit. Wir müssen uns vor Importen aus Übersee schützen, deren Produktionsbedingungen in keiner Weise unseren Standards entsprechen.“

Der ZDG-Präsident fasste abschließend zusammen: „Wir wollen das beste Geflügelland der Welt sein und haben bereits viel dafür getan. Gerne gehen wir diesen Weg weiter, wenn man uns die politischen Rahmenbedingungen dafür gibt.“

Das 4. Zukunftsforum wurde von der Fernsehjournalistin Birgit von Bentzel moderiert. Mit dieser Veranstaltung schließt sich fürs erste der Kreis: Sie war eine von insgesamt vier spannenden Talkrunden zur Zukunft der deutschen Geflügelfleischwirtschaft. In den drei vorangegangenen Foren haben hochkarätig besetzte Panels mit Gästen aus Politik, Wirtschaft, Wissenschaft und Gesellschaft bereits weitere wichtige Themen diskutiert: Umwelt & Nachhaltigkeit, Tierwohl sowie Gesundheit & Ernährung.

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